„Ob ich dereinst zum Helden meines Lebens werde oder ob ein anderer diesen Platz einnehmen wird, muß sich
auf den folgenden Seiten zeigen.“
Charles Dickens: David Copperfield.
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Es ist aus meiner Sicht eigentlich überflüssig, eine Biographie zu schreiben. Normalerweise ist es eine
Liste von Daten, besonderen Ereignissen und Terminen, die über den Menschen selbst herzlich wenig sagen.
Die wirklich wichtigen Dinge im Leben eines Menschen spielen sich ohnehin in unserem Innersten ab, und
wir teilen sie nur mit unserer Liebe, den besten Freunden und der Familie.
Für eine Webseite ist sie aber wohl unerlässlich, obwohl ich glaube, das Beste, was ich zu geben habe,
ist ohnehin in meinen Büchern enthalten.
Name: Tanja Kinkel
Nationalität: Deutsch
Geboren: 27. September 1969 in Bamberg |
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Meine Grundschule lag nur 100 m vom gotisch/romanischen Dom, einer barocken Residenz und einer Renaissance
Kaiserpfalz entfernt, was neben historischen Romanen meine Vorliebe für die Geschichte sicher beeinflusste.
Mit 8 Jahren fing ich an, erste Geschichten und Gedichte zu schreiben und gewann 1987 in einem
Jugendliteraturwettbewerb den 1. Preis für den besten Einzeltext "Schritte in der Nacht" und den 3.
Preis für fünf Texte.
In München begann 1988 mein Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft und Kommunikationswissenschaft,
und nach meinem Startsemester mein erster und bisher einziger Kontakt mit dem normalen Berufsalltag, durch
ein Praktikum beim Süddeutschen Verlag. Danach habe ich meine Semesterferien nur noch zum Schreiben verwendet.
1990 erschien bei Goldmann mein erster Roman, "Wahnsinn, der das Herz zerfrißt". Danach folgten, als wäre
dies ein gutes Omen gewesen, ein Jahresstipendium an der Hochschule für Film und Fernsehen in München, mein
nächstes Buch "Die Löwin von Aquitanien", und für diese beiden ersten Romane der Förderpreis des Freistaates
Bayern für junge Schriftstellerinnen und Schriftsteller; mein bisher erfolgreichstes Werk "Die
Puppenspieler" sowie ein Förderaufenthalt für die Villa Massimo den ich in der Casa-Baldi in Olevano bei
Rom verbrachte; 1995 kam das Buch "Mondlaub", inspiriert durch einen Besuch der Alhambra, 1996 "Die
Schatten von La Rochelle" als Verbeugung vor Alexandre Dumas, und ein weiteres Stipendium in der "Villa
Aurora", der letzten Heimat Lion Feuchtwangers, dessen Werk auch meine Dissertation behandelt.
Meine Erfahrungen mit Stipendien und Beobachtungen der schreibenden internationalen Zunft durfte ich einige Jahre durch
die Berufung der Bayer. Staatsregierung in das Gründungskuratorium des 1997 neu geschaffenen "Internationalen
Künstlerhauses Villa Concordia" in meiner Heimatstadt Bamberg regelmäßig weitergeben, was mir natürlich
ganz besondere Freude machte.
Zum Auflockern kam nach dem Studium erst einmal eine Übersetzung aus dem Englischen, "A famine of horses"
von P.F: Chisholm, und ein Ausflug zum Jugendbuch. Bei Thienemann erschien "Die Prinzen und der Drache".
Mit dem Buch "Unter dem Zwillingsstern" streifte ich inhaltlich erstmals durch das 20. Jahrhundert und
setzte mich mit dem Dritten Reich auseinander, um dann im Jahr 2000 zur für meine Bücher frühesten Zeit
zu wechseln: "Die Söhne der Wölfin" führte mich zur Gründung Roms ins 7. Jahrhundert vor Christus.
Ein besonderes Highlight war auch der Auftrag von Weltbild, in Indien eine der dort wohl bekanntesten
Frauen, meine Berufskollegin Shoba Dé, zu interviewen und sie und ihren Kampf für die Rechte der Frauen
hier in Deutschland vorzustellen. Dies gab mir auch die Möglichkeit, eine der von mir und einem Freundeskreis
(Brot und Bücher) finanzierten Schulen im Dschungel von Assam im Nordosten Indiens zu besuchen und dort
zum wiederholten Mal eine Bestätigung für die Notwendigkeit unseres Engagements in der Dritten Welt zu finden.
Meine nie abgerissene Verbindung zu meiner Heimatstadt Bamberg, welcher ich auch in einigen meiner Bücher
wie in Essays einen Platz einräumte, führte dann 2000 zu einer weiteren Ehrung. Ich erhielt den "Kulturpreis
der Oberfränkischen Wirtschaft" im Jahr des Jahrtausendwechsels.
Wer meine Bücher liest wird irgendwann auch darüber stolpern, wie stark meine Verbundenheit mit
meiner Heimatstadt Bamberg ist. Allein die Bilder unter „Hier geht’s los“ zeigen einiges davon.
So gibt es bei meinen Texten eine Frau Bamberger, unser Bamberger Schlenkerla, eine Institution
wie das Hofbräuhaus in München, oder den Früh in Köln, habe ich mehrfach eingebunden, aber
auch ein Stammlokal, gleich bei mir um die Ecke. So war ich über viele Jahre bereits „Inoffizieller
Mitarbeiter“ der Stadt, bis ich nun auch offiziell zum Botschafter Bambergs
(www.botschafter.bamberg.de) ernannt worden bin. Ich bin gerne dabei.
Von Oktober 2001 bis zu seiner Auflösung Ende 2002 war ich zusammen mit Gaby Hauptmann, Lea Rosh, Wolfgang
Herles, Walter Kempowski und Günter Ogger Beirat des Bertelsmann Buchclubs, wo wir gemeinsam Wege finden
wollten, die Freude am Lesen zu erhalten und wenn möglich zu fördern.
Das Jahr 2001/2002 war geprägt von einer Recherche zu einem Gegenwartsroman. Er führte mich mehrere Monate quer durch die USA. Ich konnte dafür Gespräche führen mit solch interessanten Leuten wie Bill Clinton, Henry Kissinger, Professoren für Biogenetik, Recht und Politik in Harvard, Yale, George Washington University und der University of Southern California. Hinzu kamen Interviews mit Bürochefs von Senatoren und Kongreßabgeordneten, Lobbyisten, Journalisten und Zeitungsverlegern, um mit diesem neuen Buch so realistisch wie möglich ein Bild von den Mächtigen und den Risiken des 21. Jahrhunderts zu zeichnen.
Entstanden ist daraus mein neuer Roman "Götterdämmerung", der im September 2003 bei der Frankfurter
Verlagsanstalt erschienen ist, und für mich den Ausflug in ein neues Genre darstellte.
2002 wurde ich zur Botschafterin meiner Heimatstadt Bamberg, ernannt von der Stadt und dem Landkreis. In einigen meiner Bücher habe ich Szenen innerhalb
dieser wunderschönen Stadt einfließen lassen und vergesse selten, auf einen Besuch dort hinzuweisen. Wo eine Integrierung meiner Heimat überhaupt nicht
möglich war, heißt einfach eine Nebenperson „Bamberger“.
Ende 2002 erreichte mich auch noch die Anfrage, ob ich mich an einem Projekt beteiligen würde, bei dem es um eine Hommage an Michael Endes "Unendliche Geschichte" ging. Wie einige weitere Autoren wurde ich aufgefordert, selbst einen Ausflug in Endes Welt Phantásien zu unternehmen.
Da M. Endes Werke zu den Lieblingsbüchern meiner Jugend zählten, konnte ich nicht widerstehen. Mein Beitrag kam unter dem Titel "Der König der Narren" Anfang Oktober 2003 bei Droemer heraus.
Also gleich zwei völlig konträre, aber große Herausforderungen, die mir viel Spaß gemacht haben.
2004 war, neben einer Gastrolle als Stopschild im Sambadrom von Rio und einem Bootstrip auf dem Amazonas, mein
besonderes Highlight die Einweihung unserer ersten Schule in Afrika. Eine Stunde vom Ngorongoro-Krater entfernt
im Massailand in Tansania, mitten in der Wildnis, ermöglichten wir durch Brot u. Bücher den Bau einer Schule
mit acht Klassenräumen und einem Lehrerhaus. Schon vor der offiziellen Einweihung hatten 306 lernwillige
Massaikinder, die dafür bis zu 10 km zu Fuß gehen müssen, die Schule in Beschlag genommen. 80 weitere Anwärter
stehen zur Einschulung schon wieder bereit. Um dem Andrang gerecht zu werden, muß noch ein weiteres Lehrerhaus
gebaut werden, und um genügend Lehrkräfte in der Wildnis zum Unterricht in unserer Schule zu motivieren, abseits
von Städten und Dörfern.
Flycatcher Safaris (www.flycat.com, bei Reisen nach Tansania für mich ohnehin die absolute Nummer I.), stellte
uns für diese Reise kostenlos ihren besten Fahrer, Hussein Idi, inkl. Landrover zur Verfügung, als sie vom
Hintergrund dieser Schuleinweihung im Naturschutzpark erfuhren.
So konnten wir neben der einmaligen Tierwelt mit der großen Herdenwanderung in der Serengeti auch mit unseren
Freunden von der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft bei der offiziellen Einweihung ein echtes Volksfest mit den
Massais hautnah erleben.
2006 holte mich auch meine Vergangenheit ein. Meine Magisterarbeit beschäftigte sich mit den Verfilmungen
von Fontanes "Effi Briest". Im Sommer erreichte mich die Anfrage einer Studentin von
Herrn Prof. Rusch, Universität Siegen, welcher in einem Seminar mit seinen Studenten ein Tourismus-Konzept
für Zerben entwickelte, ob ich mir vorstellen könne, für Effis Heimat und das sich im Wiederaufbau befindliche
Schloß Zerben, Schirmherrin zu sein. Siehe hierzu www.effis-zerben.de. Ich fand die vorgetragene
Idee gut und übernahm zusammen mit dem Theaterregisseur und Autor Matthias Brenner diese Aufgabe. Wer
Ideen, Zeit, Geld oder Vorschläge hat, dieses literarische Zeitzeugnis zu erneuern und einer angemessenen
Aufgabe zuzuführen, sollte sich bitte bei mir melden.
Dass die Fußballweltmeisterschaft bei uns in Deutschland auch in meinem Leben eine Rolle spielen wird, hatte
ich für 2006 eigentlich nicht erwartet. Um den Gästen, die dazu aus der ganzen Welt anreisen, zu zeigen, wie
deutsche Dichter, Denker, Forscher, Erfinder, Künstler und Komponisten das Leben in diesem Land seit
Jahrhunderten beeinflußt haben, wurde die Initiative "Deutschland - ein Land der Ideen", getragen von der
Bundesregierung und dem BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie), unter der Schirmherrschaft von
Bundespräsident Köhler ins Leben gerufen. Ich habe die Ehre, ausgewählt worden zu sein, als eine von hundert
Menschen, die mit ihren Ideen Deutschlands Zukunft prägen könnten. Unter dem Motto "100 Köpfe von morgen. Die
Zukunft im Land der Ideen" soll damit auf einer Ausstellung im neuen Historischen Museum in Berlin, und
dem "Walk of Ideas", der dort durch die Innenstadt führt, bis zum 3. Oktober 2006 gezeigt werden, wie
auch in Zukunft das Land von den Ideen der Menschen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Sport, Kunst und Kultur
gestaltet werden, um im In- und Ausland die Begriffe wie "Made in Germany" oder "Land der Dichter und Denker"
angemessen fortzuführen.
Ein weiteres Highlight war die Eröffnung der Caravaggio-Ausstellung im November 2006 in Düsseldorf. Hierfür, und für
den Hatje Cantz Verlag, schrieb ich mit Kollegen wie Andrea Camilleri, Nino Filastò, Florian Illies, Henning Mankell
und Ingrid Noll Kurzgeschichten unter dem Titel: "Maler Mörder Mythos", welche die fantastischen Bilder dieses Mannes
mit dem riesigen Besucherstrom begleiteten, aber auch im Buchhandel erhältlich ist.
"Auf unserer Tagung in Luxemburg sind Sie als neues Mitglied zugewählt worden. Herzlichen Glückwunsch hierzu", so
erreichte mich im Mai 2007 die Nachricht vom P.E.N.-Zentrum. In eine Organisation aufgenommen zu werden, deren
Mitglieder ihre Ideale nicht nur im stillen Kämmerlein formulieren, sondern sich der Aufgabe stellen, weltweit
Anwalt des freien Wortes zu sein, ohne Einschränkung der Völkerverständigung verpflichtet, empfand ich durchaus
als Ritterschlag in der Zunft.
Aktuell freue ich mich über zwei geschriebene Dramolette für das 1000jährige Bistumsjubiläum in Bamberg. Eines
setzt sich satirisch mit der Säkularisation und den Mächtigen, damals wie heute, auseinander, bei dem zweiten
Stück geht es um das tragische Ende des Bamberger Bürgermeisters Johannes Junius, der als Hexer angezeigt, vor
seinem Tod, seiner Tochter einen letzten Brief schrieb.
Ende 2007 erreichte mich auch die Frage, ob ich das Amt als Schirmherrin der Bundesstiftung Kinderhospiz
übernehmen würde. Dieser Verband, an meinem Geburtstag 2007 mit Geldern gegründet, die der Bundespräsident zur
Verfügung gestellt hat, kümmert sich zentral um die Interessen der Kinderhospize, welche Kindern mit Lebensbegrenzenden
Krankheiten, und ihren Angehörigen, die letzten Wochen und Monate ihres Lebens zur Seite stehen. Darf man es
Zufall nennen? Nahezu gleichzeitig lernte ich durch mein Engagement bei Brot und Bücher jemand kennen, der Partner suchte,
um im Raum Nürnberg ein Kinderhospiz zu bauen, und bekam unabhängig davon durch Freunde ein Signal, wenn so ein
Hospiz neu entstehe, könne man sich eine großzügige Unterstützung vorstellen. Wer kann da abseits stehen?
Meine Liebe auch zu anderen der schönen Künste, - drei Semester über Wagners Musik waren Teil meines Studiums -, kann
ich ab 2009 aus dem Vorstandrat der Freunde der Bamberger Symphoniker, in den ich gewählt wurde, noch stärker ausleben. Das
deutsche Spitzenorchester hat meine Einstellung zur klassischen Musik von Kind auf geprägt. Jetzt freue ich mich schon auf
Vorschläge und Anregungen in diesem Zusammenhang. Mit einem Teil des Orchesters hatte ich zu Weihnachten bereits auf der
Bühne gestanden und in Bamberg, wie in Erlangen, erstmals für mich vor jeweils etwa 2.000 Menschen, mit Musik von Haydn, Telemann,
Händel, Bach, Saint-Saens, Texte von Kästner, Loriot und von mir vorgetragen.
Als mich im Herbst auch noch die Nachricht erreichte, der Martinsmantel, eine Ehrung für sozial
engagierte Christen, gehe in diesem Jahr an mich, war ich tief bewegt. Sicher auch dadurch wurde
ich nun gebeten, 2010 auf dem Ökumenischen Kirchentag in München zu sprechen und an einer Podiumsdiskussion
teil zu nehmen, was sicher zu einer Bereicherung in meinem Leben führt.
Ökumenischer Kirchentag, München 2010:
Am 13. Mai wirkte ich an zwei Veranstaltungen innerhalb des Ökumenischen Kirchentags in München mit; einer Diskussion zum Thema Heimat
und Integration, und einer Bibelarbeit über Genesis 9,8 – 17, über den ewigen Bund Gottes zwischen Noah, seinen Nachkommen, den Tieren
und der Umwelt, die ich allein bestritt. Vor allem letztere machte mich im Vorfeld recht nervös, hatte ich doch seit meiner mündlichen
Abiturprüfung keinen Vortrag theologischer Natur mehr gehalten, und das liegt nun über zwanzig Jahre zurück. Aber als man mich um meine
Teilnahme gebeten und mir mehrere Bibelstellen genannt hatte, da sprach mich die von dem Bund, den Gott nach der Sintflut nicht nur mit
Noah und seinen Nachkommen, sondern eben auch mit allen Tieren und der Umwelt schließt, sofort an, und mir kamen mehrere Dinge in den Sinn,
die dazu gerade angesichts heutiger Katastrophen zu sagen waren.
Das Ergebnis konnte ich dann vor einer vollen Kirche präsentieren, wobei mir erst hinterher richtig bewußt wurde, daß zeitgleich Margot Käßmann und
Andrea Nahles zum gleichen Thema sprachen, so daß die Anwesenden mir durch ihre Teilnahme wirklich ein großes Kompliment zollten. Da mein
Lampenfieber mich mit den ersten Worten verließ, konnte ich mich dann auch richtig in meinen Vortrag stürzen, um ihnen dafür zu danken. Ich hatte
das Gefühl, sie mit meiner Auslegung zu erreichen, und führte hinterher mit mehreren noch einige interessante Gespräche. (Dabei wurde ich auch
gefragt, ob ich den Vortrag online stellen würde, was ich ursprünglich vorhatte, doch wie es aussieht, wird er in einem Printmedium erscheinen.) Die
Altersspanne der Zuhörenden reichte von Teenagern bis zu Senioren, wie der Ökumenische Kirchentag überhaupt eine mehr-Generationen-Veranstaltung war,
zum Glück, denn die angesprochenen Themen und Kontroversen gehen uns ja alle an. Im Nachhinein bin ich froh, mich beteiligt zu haben.
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