„Wir befinden uns im Jahre 2008 nach Christus. In ganz Europa werden nur noch Superstars und Top Models gesucht. Ganz Europa? Nein! Eine Autorin in München möchte mit Eurer Hilfe beginnen, Ballermann & Co Kreativität entgegen zu setzen ..."



Liebe Leserinnen, liebe Leser, liebe Schreibbegeisterte

Ich arbeite jetzt seit fast zwanzig Jahren als Autorin. Ohne unbescheiden klingen zu wollen: eigentlich kann ich mit dem bisher Erreichten sehr zufrieden sein. Von meinen elf veröffentlichten Romanen tauchten die letzten neun alle auf den Bestsellerlisten auf, wurden in dreizehn Sprachen übersetzt; einer von ihnen, "Die Puppenspieler", ist mit bereits 33 Auflagen auf dem besten Weg zur zweiten Million, wird gerade verfilmt, und im nächsten Jahr als Zweiteiler in der ARD gesendet. Mit meinem neuen Buch, "Säulen der Ewigkeit" werde ich erstmals Lesungen auf einem Nilschiff zwischen Luxor und Assuan haben, und in meinem nächsten Buch versuche ich ein Geheimnis für die Ewigkeit zu lüften - aber darüber möchte ich an dieser Stelle noch nicht mehr verraten. Worüber ich heute schon sprechen will ist ein neues, anderes Projekt:

Warum nun aber diese Schreibwerkstatt?

Ohne jeden Zweifel liegt gerade im Literaturbereich ungeheuer viel Kreativität brach. In Schülerzeitschriften, Schreibworkshops, an der Uni, bei Leserunden, in Rezensionen, Leserbriefen, ja gerade bei politischen Märchenstunden im Fernsehen bin ich immer wieder auf erstaunliche Ideenvielfalt gestoßen. So viele Menschen haben das Potential, mitreißende, aufregende, spannende und ungewöhnliche Geschichten zu erzählen. Die Frage ist nur: Warum tun sie es nicht - oder finden keinen Verlag?

Wie bei mir alles anfing

Um meine Kreativität auszuleben, habe ich wie viele Teenager 1984 begonnen, Geschichten über die Charaktere aus dem Star-Wars- und dem Star-Trek-Universum zu verfassen. Zum Glück haben die Rechteinhaber diese Fanbewegung toleriert, da sie nie auf kommerzielle Ziele ausgerichtet, sondern von Idealismus und Schaffensfreude angetrieben war. Ich bin dabei hochinteressanten Mitschreibern und Kritikern begegnet, die mich bis heute als Freunde begleiten. Und ich habe auf diese Weise sehr viel gelernt, denn für jeden jungen Schriftsteller ist es einfacher, Blätter an einen Ast zu hängen, ohne gleich den ganzen Baum konstruieren zu müssen. Unsere Stories, die Vielschichtigkeit und Intensität der Auseinandersetzung mit vorgegebenen Grunddaten, waren häufig wirklich gut. Und das ist auch heute noch so. Selbst Joanne K. Rowling soll mit Respekt in der Stimme gesagt haben, dass sie nie auf einige der von Fans im Internet publizierten Wendungen der unautorisierten Harry-Potter-Geschichten gekommen wäre. Damals wie heute gilt in den für "Fan-Fiction" offenen Internetforen: Jeder, der mitmacht, wird unmittelbar gelesen, gelobt oder verrissen. Das ist lehrreich und gut so. Ich bin sicher: Weil ich durch diese oft harte Schule gegangen bin, konnte ich später die Bücher schreiben, die sich millionenfach verkauften.
Zwei Freunden, die ich damals kennengelernt habe, sind mir später auf dem internationalen Buchmarkt wieder begegnet, Naomi Novik und Jo Graham. Hatten wir nur Glück?
Nein, weil wir dem Glück entgegengegangen sind.
Ja, weil wir auf unserem Weg die richtigen Partner gefunden haben.


Eine Schreibwerkstatt im Internet

So, wie für mich vor vielen Jahren die Jediritter und die Besatzung des Raumschiff Enterprise Möglichkeiten boten, meine Kreativität unter Beweis zu stellen, viele Bücherfreunde aber die in den Internetforen immer noch überwiegend anzutreffende Fantasy- und Science-Fiction-Literatur noch nicht für sich entdeckt haben, möchte ich nun in meiner Schreibwerkstatt ein neues, ganz neutral gehaltenes Thema anbieten. Laßt uns versuchen, als Gemeinschaft ein Buch aus dem "Hier und Jetzt" zu schreiben.

O.K. ich kann nicht versprechen, daß die Verlage sich darum reißen, wenn ich das auch versuchen werde.

Mit der neuen Staffel meiner Schreibwerkstatt verfolge ich weiterhin meine drei Ziele:

1. Ich möchte bestätigen, dass die Fähigkeit, gute Texte zu schreiben, weiter verbreitet ist als oft angenommen wird.

2. Ich möchte aufzeigen, dass ein Miteinander beim Schreiben sich nicht auf "Ghostwriting" begrenzen muss.

3. Ich möchte neuen Talenten die Chance eröffnen, die ich selbst vor vielen Jahren genutzt habe.


Darum lohnt es sich, mitzumachen


In meiner Schreibwerkstatt soll jeder Schreibbegeisterte in erster Linie die Möglichkeit haben, seine Kreativität umzusetzen und ein direktes, ehrliches Feedback zu bekommen. Das hat bei unserem ersten Versuch mit den Geschichten zu den "Säulen der Ewigkeit" funktioniert, das erhoffe ich mir auch hier. In meiner Schreibwerkstatt soll jeder Schreibbegeisterte in erster Linie die Möglichkeit haben, seine Kreativität umzusetzen und ein direktes, ehrliches Feedback zu bekommen. Das hat bei unserem ersten Versuch mit den Geschichten zu den "Säulen der Ewigkeit" funktioniert, das erhoffe ich mir auch hier.

Zeigt die Schreibwerkstatt durch rege Teilnahme erneut, dass dieser Weg richtig ist, wird diese Plattform weiter bestehen, und die Schreibwerkstatt fortgesetzt. An Ideen dafür, mangelt es nicht.

Worauf wartest du noch?

Was immer du tun willst, fang damit an. Mit diesen Worten beginnen die "Säulen der Ewigkeit" - und sie sollen das Motto für diese Schreibwerkstatt sein. Also: FANGT AN!


Tanja Kinkels Schreibwerkstatt - Die Spielregeln

Nach einer Registrierung, bei der auch die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen erläutert werden, steht eurem Start nichts mehr im Wege. Bereits registrierte User aus der ersten und zweiten Staffel der Schreibwerkstatt bestätigen mit ihrem ersten übermittelten Beitrag, auch ihre Kenntnis und ihr Einverständnis zu den veränderten Rahmenbedingungen dieser dritten Staffel.

Ich lade Schreibinteressierte jedes Alters zu meinem Schreibwerkstatt-Experiment ein: Schüler und Studenten, Hausfrauen, Angestellte, Selbstständige und Arbeitslose, Senioren und so weiter. Nicht das Alter, der Beruf oder die Vorbildung soll ausschlaggebend sein, sondern einzig und allein die Begeisterung und Kreativität.
Ab Donnerstag, den 24. Dezember 2009, werde ich gut zehn Monate lang alle vier Wochen die Möglichkeit geben, eure Vorschläge einzustellen.

Die genauen Termine:

     24. Dezember 2009
     01. Februar 2010
     01. März 2010
     01. April 2010
     01. Mai 2010
     01. Juni 2010
     01. Juli 2010
     01. August 2010
     01. September 2010
     01. Oktober 2010


Welche Beiträge übernommen werden können, bestimmt weitgehend ihr über eure Wertung. Näheres dazu ersehen könnt ihr innerhalb der Schreibwerkstatt.

Und darum geht es: Zur Einstimmung und als Startlauf, mit verlängerter Laufzeit, die erste Aufgabe:

Auge um Auge

Hintergrund: Schadenfreude gegenüber den Großkopferten, Beamten und Scheinheiligen, die gegen Volkesmeinung und dessen Gefühl von Gerechtigkeit handeln und/oder entscheiden.

Handlungsort: Deutschland, Europa und die ganze Welt.

Basis: Kernteam. Ex-Zielfander, der frustriert seinen Dienst aufgegeben hat, weil er an bestimmte Leute wegen deren Immunität nicht heran kommt, oder weil diese es verstehen, bestehende Gesetzeslücken auszunutzen; eine Milliardenerbin, Top 5 Deutschland; eine Journalistin, die ihr Studium durch einen international tätigen Begleitservice finanziert hat; daraus resultieren noch einige interessante Verbindungen und Freundinnen; ein Computer- Elektronikspezialist; ein Investment Bankerin.

Handlungen: Dieses Team demaskiert Leute, die es einfach verdienen, nimmt ihnen Bestechungsgelder wieder ab, illegale Gewinne und zweifelhaftes Einkommen, sei es bei Politikern, Beamten, Anlagebetrügern, Gangstern, unredlichen Sportlern, aber auch Kleinbetrüger oder Finanzhaien. Immer Leuten, mit denen niemand Mitleid hat. Das Ziel ist nicht Gefängnis, sondern, die Profiteure um das zu Unrecht erworbene Geld zu bringen, ihre Karrieren zu vernichten und/oder sie öffentlich zu demaskieren. Die Mittel sind Abhören, in Fallen locken, Computermanipulation, Eitelkeit, Verführung, Ehefrauen, Ehemänner, die sich rächen wollen, Ex-Freundinnen und Komplizen die ausgenutzt wurden. Wo die Journalistin wegen der Rechtslage, Druck des Verlegers oder der Politik die Öffentlichkeit nicht erreichen kann, können z.B. Filme illegal in Kabelnetze einer Stadt eingespeist werden, oder das Internet wird ausgenutzt.

Fundus: Es gibt aus der Vergangenheit international ungeheuer viele Ansätze für solche Vorgänge, und täglich kommen neue hinzu, so dass auch auf aktuelles ständig zugegriffen werden kann. Die Geschichten können in jedem von Lesern als interessant empfundenen Umfeld handeln. Wenn es gut gemacht wird, können Prominente aus Kunst, Kultur, Sport und Wirtschaft mit ihrer Originalidentität so auch in frei erfundene Storys als Helfer eingebaut werden. Der Leser wird befriedigt in seinen Gefühlen, "ich habe es ja immer gewusst". Stichworte sind die Pharmaindustrie und bezahlter Marketing-Journalismus, Schleuser, Menschen, die glauben, ungestraft das perfekte Verbrechen begangen zu haben, Verbrecher, die ihre Geschichte vermarkten und an die Geschädigten dabei nicht denken, Banken, die legal kleine Leute in den Ruin treiben, Museumsdirektoren, die ungestraft gefälschte Kunst einkaufen, Frauenhandel, Lobbyisten in der Politik, bei der EU ergaunerte Fördergelder, Popstars als Opfer ihrer Managementverträge etc., etc.

Beispiel: Ein Ex-Geschäftsführer hat sich eine Millionenabfindung ausgehandelt, die Arbeiter verlieren ihren Job. Lösung: Er wird von hübschen Mädchen, denen er Beziehungen zur Unterwelt unterstellt, deswegen vertraut, mit gefälschter, gestohlener oder geschmuggelter Kunst um den Ertrag gebracht.

Beispiel: Ein Beamter verfügt, dass eine Familie Hunde nicht mehr halten darf, aber ihre Kinder dürfen sie weiter misshandeln. Ein Kind stirbt, der Beamte des Jugendamtes wird nicht belangt wegen unterlassener Hilfeleistung. Lösung: In seinem Computer werden pädophile Seiten entdeckt, und er verliert diese Position. Frage im Team: Wie weit dürfen solche Manipulationen gehen. Konflikte unter den Beteiligten. (Der Beamte hat vielleicht Familie, die er so verliert. Ein Teil es Teams ist dagegen, etc.).

Beispiel: Ein Autokonzern ruft Fahrzeuge nicht zurück, obwohl Sicherheitsdefizite bekannt sind. Menschen werden lebensgefährlich verletzt, Schadensersatzsprüche abgelehnt. Das Team dringt in die Verwaltung ein und besorgt sich Protokolle, welche die Verantwortung belegen. Die Betroffenen werden entschädigt.

Beispiel: Sportwetten werden durch Doping manipuliert. Niemand schreitet wirklich ein, einschließlich der Verbände. Wetter werden durch manipuliertes Doping, der Sieger wird disqualifiziert, um ihren Einsatz gebracht; Insider verdienen. Lösung: keiner wird Mitleid mit den Manipulanten haben, wenn sie von einer raffinierten Anlagebetrügerin hereingelegt werden, einschließlich der Verbandsoberen, die objektive Kontrollen regelmäßig verhindern, damit Karrieren gestalten oder stoppen, und bei Sportwetten so mitverdienen.

Beispiel: Ein Gewerkschaftsboss ermöglicht durch seine erkaufte Zustimmung, dass Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden. Ein Ausflug zum Karneval von Rio mit individueller Betreuung hilft, ihn durch gezielte Zeitungsberichte um seinen Job zu bringen.

Alles weitere zu diesem Projekt findet ihr in meiner Schreibwerkstatt.